Glaube, Freundschaft und Verantwortung als gemeinsames Fundament
Was uns verbindet
Das Cartell Rupert Mayer vereint selbstständige katholische Gemeinschaften, die ihren Glauben leben, Verantwortung übernehmen und christliche Werte in die Gesellschaft tragen. Im Mittelpunkt steht eine bedingungslose Freundschaft – getragen von Begegnung, Austausch und gemeinsamem Handeln.
Wie das Cartell organisiert ist und was es verbindet
Aufgabe & Struktur des Cartells
Das Cartell Rupert Mayer ist ein Zusammenschluss selbstständiger katholischer Gemeinschaften, die sich in ganz Deutschland organisiert haben. Diese Freundeskreise – meist Gilden, aber auch Bünde oder Gemeinschaften – sind regional verwurzelt und zugleich bundesweit miteinander verbunden.
Ziel des Cartells ist es, den Austausch zwischen den Gruppen zu fördern, gemeinsame Projekte zu ermöglichen und christliche Werte in Kirche und Gesellschaft sichtbar zu machen. Dabei bleibt jede Gemeinschaft eigenständig, ist aber Teil eines größeren Netzwerks.
Ein zentrales Element ist das gemeinsame Jahrestreffen, das den persönlichen Austausch stärkt und die Verbundenheit im Cartell lebendig hält.
Das Cartell lebt von seinen einzelnen Gemeinschaften – ihren Begegnungen, ihrem Glauben und ihrem Engagement vor Ort.
Begegnen. Bekennen. Bewegen.Begegnen. Bekennen. Bewegen.
Von den Anfängen bis heute
Geschichte des Kartells
Die meisten der heute im Cartell Rupert Mayer verbundenen Gruppen haben ihren Ursprung in der Nachkriegszeit. In den Jahren 1946 bis 1949 kam es zu Gründungen in Hamburg, Frankfurt, München und Regensburg. In den darauffolgenden Jahren entstanden weitere Gemeinschaften, insbesondere in den Städten des Ruhrgebiets.
Zugleich schlossen sich auch Gruppierungen an, deren Wurzeln noch weiter zurückreichen – etwa in Berlin (1921) und Münster (1926). So entwickelte sich das Cartell über die Jahre zu einem Netzwerk selbstständiger Gemeinschaften, die durch gemeinsame Werte und Ziele miteinander verbunden sind.
Nach der deutschen Wiedervereinigung kam es zu Neugründungen in Leipzig, Dresden, Weimar und Schwerin. Die St. Gottschalk-Gilde in Schwerin, gegründet 2013, ist neben dem Club Berlin heute noch die einzige aktive Gruppe in den östlichen Bundesländern.
Der Name des Cartells ist untrennbar mit einer Persönlichkeit verbunden, die Glaubensstärke, Haltung und Verantwortung in besonderer Weise verkörpert:
Pater Rupert Mayer.
Das Pater-Rupert-Mayer-Gebet
Das folgende Gebet ist im Erzbistum München-Freising und im Cartell Rupert Mayer als Pater-Rupert-Mayer-Gebet bekannt:
Herr, wie Du willst, so will ich geh’n,
und wie Du willst, soll mir gescheh’n.
Hilf Deinen Willen nur versteh’n.
Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit,
und wann Du willst, bin ich bereit.
Heut und in alle Ewigkeit.
Herr, was Du willst, das nehm‘ ich hin,
und was Du willst, ist mir Gewinn.
Genug, dass ich Dein Eigen bin.
Herr, weil Du’s willst, d’rum ist es gut,
und weil Du’s willst, d’rum hab‘ ich Mut.
Mein Herz in Deinen Händen ruht.
Namensgeber, Vorbild und Wegweiser – Stationen eines Lebens im Dienst von Glauben und Menschlichkeit
Pater Rupert Mayer
Pater Rupert Mayer SJ (1876–1945) war Jesuit, Seelsorger und einer der bedeutendsten katholischen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Sein Leben steht für Mut, Glaubensstärke und unerschütterliche Haltung – Werte, die das Cartell bis heute prägen. Sein Lebensweg ist geprägt von tiefer Glaubensüberzeugung, sozialem Engagement und mutigem Widerstand gegen Unrecht.
1876–1900
Kindheit, Ausbildung und Priesterweihe
23. Januar 1876
Geburt in Stuttgart
1894
Abitur in Ravensburg
1894–1898
Theologiestudium in Freiburg (Schweiz), München und Tübingen
02. Mai 1899
Priesterweihe in Rottenburg; anschließend Vikar in Spaichingen
01. Oktober 1900
Eintritt in den Jesuitenorden in Feldkirch
1901–1913
Jesuitenorden, Studien und Mission
1901–1904
Philosophisch-theologische Studien in Valkenburg
1904–1905
Assistent des Novizenmeisters in Tisis
1905–1906
Tertiat in Wijnandsrade
1906–1911
Volksmissionar in den Niederlanden, im Deutschen Reich, in Österreich und in der Schweiz
02. Februar 1911
Ablegung der Letzten Ordensgelübde
08. Januar 1912
Ankunft in München; Seelsorger für katholische Zuwanderer
29. Juni 1914
Mitbegründung der Kongregation der Schwestern von der Heiligen Familie in München
1914–1918
Jesuitenorden, Studien und Mission
22. August 1914
Nach Freiwilligenmeldung Feldgeistlicher in einem Feldlazarett
08. Januar 1915
Divisionspfarrer im Elsass, in Galizien und in Rumänien
30. Dezember 1916
Schwere Verwundung im Sultatal (Rumänien) und Amputation des linken Beines
1919–1932
Seelsorge und Wirken in München
28. November 1921
Präses der Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal in München
04. Dezember 1921
Die Jesuiten übernehmen wieder die Seelsorge in St. Michael in München; Pater Rupert Mayer wirkt dort als Prediger, Caritas-Apostel und Beichtvater
15. August 1925
Einführung der Bahnhofsgottesdienste in München
16. Juli 1926
Ernennung zum Präfekten und Kirchenvorstand am Bürgersaal in München
1933–1939
Widerstand gegen den Nationalsozialismus und Verfolgung
1933–1938
Ausgedehnte Predigttätigkeit in München und mutige Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus
07. April 1937
Redeverbot durch die Gestapo-Zentrale in Berlin für das gesamte Reichsgebiet
05. Juni 1937
Erste Verhaftung wegen Nichtbeachtung des Redeverbots
22./23. Juli 1937
Öffentliche Hauptverhandlung vor dem Sondergericht München; Verurteilung zu sechs Monaten Gefängnis
05. Januar 1938
Zweite Verhaftung wegen Nichtbeachtung des Redeverbots
03. Mai 1938
Vorzeitige Entlassung aufgrund der „Österreich-Amnestie“
15. September 1938
Ablegung der feierlichen Professgelübde in der Kreuzkapelle in St. Michael
03. November 1939
Dritte Verhaftung wegen Wahrung des Beichtgeheimnisses
1939–1945
KZ, Hausarrest und letzte Lebensjahre
23. Dezember 1939
Überführung in das KZ Sachsenhausen
07. August 1940
Wegen seines Gesundheitszustands aus dem KZ Sachsenhausen entlassen; Verlegung ins Kloster Ettal und Hausarrest
06. Mai 1945
Beendigung des Zwangsaufenthaltes in Kloster Ettal durch die US-Armee
11. Mai 1945
Rückkehr nach München
27. Mai 1945
Aufruf zur Mitarbeit beim Neuaufbau beim Hauptfest der Marianischen Männerkongregation in St. Ludwig
01. November 1945
Schlaganfall während der Heiligen Messe in der Kreuzkapelle von St. Michael; Tod wenig später im Krankenhaus Josefinum
04. November 1945
Beisetzung auf dem Ordensfriedhof der Jesuiten in Pullach bei München
1948–1987
Verehrung, Überführung und Seligsprechung
03. Mai 1948
Überführung der sterblichen Überreste in den Bürgersaal in München
26. Juni 1950
Kardinal Faulhaber eröffnet den diözesanen Informationsprozess für die Seligsprechung
03. Mai 1987
Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. im Olympiastadion in München








