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Anmerkungen anlässlich des Herbstkapitels 2018 in Bochum

Liebe Freundinnen und Freunde im Cartell,

zunächst begrüße ich Sie hier in meiner Heimatstadt zum Herbstkapitel 2018. Wegen der zentralen Lag, der günstigen ICE-Verbindung und der freien Parkplatzwahl haben wir Bochum als Treffpunkt gewählt.
Ich danke unserem Cartellfreund Josef Schneiders, dass der uns die Räumlichkeiten seiner Kanzlei zur Verfügung stellt, uns mit Getränken und leckeren Dingen versorgt und ein sichtbarer/unsichtbarer guter Geist für alles sorgt, was zu dem Gelingen unseres Treffens beiträgt.

Die Formalien liegen hinter uns und damit können wir in die Beratung einsteigen.

Ich darf aber vorher noch einige Anmerkungen machen, die uns auf den Geist und das Ziel unseres Treffens hinführen mögen:

Staat und Gesellschaft mit christlichen Werten durchdringen

das ist unser Auftrag und unser Ziel.
Nach dem Krieg, in den Gründungsjahren vieler unserer Gilden hatte dieser Auftrag noch eine andere Richtung. Die Erfahrungen, die unsere Vorgänger mit einem totalitären Regime gemacht hatten, waren Grund dafür, einer Rückkehr solchen Gedankengute in den neuen, demokratischen Staat, keine Chance zu geben. „Mit christlichen Werten“, damit war die Botschaft des Evangeliums und die Arbeit der Kirche (damals noch eine Volkskirche), gemeint.

Für uns heute ist das Vergangenheit. Eine Gemeinschaft darf sich an vergangene Leistungen erinnern, das Leben und die Aufgaben einer Gemeinschaft sind aber auf „Zukunft“ ausgerichtet.
Wenn die Gründe, die nach dem Krieg zur Gründung von Cartell und Gilden geführt haben heute nicht mehr relevant sind, heißt das doch nicht, dass es keine Existenzberechtigung für das Cartell von heute mehr gibt. Wir leben in einer säkularen Welt. Der Anteil der Mitglieder einer christlichen Konfession wird nach Rechnung der Statistiker in 2020 unter 50 % liegen. D. h. andere Religionsgemeinschaften und so genannte „Nichtgläubige“ stellen die Mehrheit der Bevölkerung. Es ist damit nur ein kleiner Schritt, bis auch die Meinungs- und Willensbildung keine christliche Grundlage mehr hat.

Vielfach hört man dann die Meinung (auch von vernünftigen Leuten), das ist doch egal. Wenn eine Gesellschaft sich ihrer Wurzel entledigt, oder ihr die Herkunft ihrer gesellschaftlichen Ordnung nichts mehr bedeutet, dann kann man nur mit Schrecken an die Zukunft unserer Kinder und Enkel denken. Unser gesellschaftspolitisches Podest sind über 1.300 Jahre christlichen Gedankenguts. Ein Land, das stolz sein darf auf den Völkerapostel Bonifatius (672 – 754), Gründer vieler Klöster, Beerdigt in Fulda, auf den Kirchenlehrer Thomas von Aquin (1225 – 1274, Professor in Köln und Schüler von Albertus Magnus (1200 – 1280) Dominikaner, Bischof und Universalgelehrter.
Ebenso wie auf die jüngsten Vorbilder christlichen Glaubens:
Edith Stein (1891 – 1942) Jüdin, Katholikin, Ordensfrau, Philosophin u.a. in Speyer und Köln, Dietrich Bonhoeffer (1906 – 1945) evangelischer Pfarrer, Widerstandskämpfer

Eine kleine Auswahl von Namen, die stellvertretend für unser Land, seine Kultur, seine Werte stehen.
Ist das nicht die Aufgabe unseres Cartells, den Staat, die Gesellschaft mit christlichen Werten zu konfrontieren, zu durchdringen. Das ist eine Mammutaufgabe, aber nicht unlösbar oder fantastisch oder gar abgehoben.

Wir haben ein gutes Fundament: Wir sind nicht wenige – und trotz aller Unkenrufe kommen immer wieder neu Freunde zu uns. Wir haben Erfahrung im Umgang mit Einrichtungen, Ämtern, Strukturen. Wir sind nicht wer. Wir müssen uns auf unseren Status besinnen und den in die Gespräche, Auseinandersetzungen einbringen.
Nicht zuletzt müssen wir Vorbild sein und uns für die christlichen Werte einsetzen – so wie wir es bei der Aufnahme in die Gilde versprochen haben.

Mit dieser Denke werden andere Überlegungen zweitrangig. Eine Satzung, ein Versprechen, das Mitgliederverzeichnis Formen der Ansprache neuer Mitglieder, das ist Werkzeug, notwendig ja, aber Werkzeug.
Unsere Berufung, unsere Aufgabe ist es

Staat und Gesellschaft mit christlichen Werten zu durchdringen.

Hans-Michael Hornberg Vorsitzer Cartell Rupert Mayer

 

Geistliches Wort

Matthäus 18.20

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Die brüderliche Zurechtweisung.

Es ist gleich wieviel gekommen sind, Gemeinschaft lebt davon, sich gegenseitig zu stützen. Das kann niemand allein. Sich gegenseitig zu unterstützen, gemeinschaftlich beraten und Entscheidungen zu treffen, das kann man nur, wenn man sich im Namen Christi versammelt hat.

Laßt uns mit unserer Arbeit beginnen.

Willkommen im Cartell Rupert Mayer Mitgliederbereich

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