| aus dem Cartell | Christoph Neuhaus

Fünf Fragen an... CHRISTA UNGER

Krista Unger hat mit ihrem Ehegatten Bernhard in „Familienorganisation“ die sehr gut beurteilte Cartellversammlung 2017 in „ihrer“ Stadt Schwäbisch-Gmünd organisiert. Ein guter Anlass für ein Interview.

Liebe Cartellfreundin Unger „Kirche: Quo Vadis?“ war das Leitwort der Cartell-versammlung. Gibt es eine Antwort?

Wir Katholiken sind in der glücklichen Lage, einen Papst als Oberhirten zu haben, der die Antwort gibt. Beim Festvortrag wies Prof. Schockenhoff darauf hin, dass Papst Franziskus einen Perspektivenwechsel in der Kirche fordert. Insbesondere zu Sexualität, Liebe, Ehe und Familie geht es ihm um einen Wechsel von der bisherigen starren Morallehre zu einer praxisnahen Theologie, zur Betrachtung der realen Situation vieler Familien. Hierzu soll die Kirche das persönliche Unterscheidungsvermögen und das Gewissen der Gläubigen stärken, anstatt den Anspruch zu erheben, dieses mit ihren Vorschriften zu ersetzen.

Papst Franziskus schlägt also der Kirche einen neuen Weg vor, einen Weg der Achtung vor dem mündigen Christen, dessen verantwortliches Gewissen einen weitaus größeren Stellenwert bekommt.

Mit Prof. Dr. Schockenhoff haben Sie einen sehr prominenten Theologen als Festredner gewonnen. Er hat zum päpstlichen Schreiben „Amoris laetitia“ referiert. Hat es eine „Botschaft“ an das Cartell gegeben?

Die Botschaft des Vortrags besteht zunächst darin, dass wir uns in den Freundeskreisen mit diesem bislang wichtigsten moraltheologischen Lehrschreiben des Papstes näher befassen sollten. In ihm kommt nämlich deutlich die neue Denkweise des Papstes zum Ausdruck: an die Stelle von bisherigen starren und moralischen Gesetzen der Kirche, mit denen „fehlerhaftes“ Verhalten der Gläubigen erbarmungslos mit Ausgrenzung bestraft wird, setzt er auf Wiedereingliederung der Betroffenen, indem die individuellen Umstände des jeweiligen Falles in die Beurteilung einfließen sollen.

Der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken, Cartellfreund Prof. Dr. Thomas Sternberg, war auch Gast der Cartellversammlung. War es ein „wirksamer“ Besuch?

Zunächst war der Besuch von Herrn Prof. Dr. Sternberg für das Cartell eine große Ehre und nicht zuletzt für die Staufer Gilde Stuttgart eine große Freude. Die ausführliche Vorstellung des nächsten Katholikentages in Münster beim Begrüßungsabend stieß auf großes Interesse, nicht zuletzt weil die Cartellversammlung dort zum gleichen Zeitpunkt stattfinden wird.
Allerdings ist zu hoffen, dass sie bei der großen Zahl der Teilnehmer nicht untergeht, sondern dass beide Veranstaltungen sich gegenseitig bereichern.

„Begegnen, bekennen, bewegen“ lautet das Leitwort des Cartells. Bekennen: Ist die Cartellversammlung in der Stadtgesellschaft von Schwäbisch-Gmünd wahrgenommen worden?

Bereits im Vorfeld der Cartellversammlung konnten mein Mann und ich unserem Oberbürgermeister Richard Arnold das Cartell vorstellen. Er nahm gleich mit Begeisterung zur Kenntnis, dass eine solche bundesweite Organisation nicht eine große Metropole, sondern das kleine, beschauliche Schwäbisch Gmünd für ihr Jahrestreffen ausgewählt hat. Dies kam in seinem persönlichen Grußwort beim Festakt zum Ausdruck. Dort betonte er auch, dass in Schwäbisch Gmünd christliche Werte, aber auch Tradition und Verlässlichkeit einen hohen Stellenwert haben.
Auch die Presse widmete der Cartellversammlung große Aufmerksamkeit. So befand sich auf der Titelseite der „Remszeitung“, der führenden Schwäbisch Gmünder Tageszeitung, ein Hinweis auf der Titelseite und im Inneren des Blattes fast eine halbe Seite mit Ausführungen zum Cartell und der Vortrag von Prof. Schockenhoff wurde intensiv und in großer Ausführlichkeit behandelt.

Die Cartellversammlung war gestern. Was bleibt von den Treffen in Ihrer Erinnerung?

In Erinnerung bleibt, dass eine Cartellversammlung durchaus auch in einer kleineren Stadt möglich ist. (Schwäbisch Gmünd hat 60.000 Einwohner).
Vorteile waren: kurze Wege zu Fuß von den Hotels zu den Veranstaltungen ohne öffentliche Verkehrsmittel, geringere Kosten als in Großstädten, bessere Wahrnehmung unserer Gemeinschaft.
In besonderer Erinnerung aber bleibt eine harmonische Veranstaltung unter der ausgezeichneten Leitung unseres Kapitelvorsitzenden Freund Michael Hornberg. Sie war nicht zuletzt für das Auftreten des Cartells in der Öffentlichkeit sehr wichtig. Der Zusammenhalt der Cartellfreundinnen und Cartellfreunde, auch zwischen den Freundeskreisen, wurde vertieft und gestärkt.

Willkommen im Cartell Rupert Mayer Mitgliederbereich

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