| Ulrich Thiele

Wallfahrt des Erzbistums Hamburg nach Lübeck im 75. Gedenkjahr der Hinrichtung der Lübecker Märtyrer

Im 75. Gedenkjahr der Verurteilung und Hinrichtung der Lübecker Märtyrer durch das NS-Regime im Hamburger Gefängnis am Holstenglacis, lädt Erzbischof Dr. Stefan Heße zur Wallfahrt 2018 des Erzbistums Hamburg nach Lübeck ein.

„Der 23. Juni 2018 soll für uns zu einer großen und großartigen Wallfahrt des ganzen Erzbistums werden. Ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder per Bahn. Machen Sie sich gemeinsam auf den Weg nach Lübeck! Betend und singend, in Gemeinschaft mit den Familien und Gruppen, Frauen und Männern aus Ihren Gemeinden und Verbänden, den Orten kirchlichen Lebens, aus Pfarreien und Pastoralen Räumen“, so Erzbischof Dr. Stephan Heße, Erzbistum Hamburg, und er ergänzte: „Eine Gruppe Jugendlicher wird sogar mit dem Kanu über die Trave anreisen“.

Die Wallfahrt habe eine wichtige Bedeutung in Zeiten, in denen sich die katholische Kirche im Umbruch befinde. Die Botschaft der Märtyrer: „Auch in einer politisch schwierigen Situation waren sie überzeugt von ihrem Glauben.“

Das Motto der Wallfahrt, zu der rund 3000 Gläubige aus dem norddeutschen Bistumsbereich zu den historischen Stätten der vier Lübecker Märtyrer pilgern, lautet „Ihr werdet meine Zeugen sein“.

Weil die vier Geistlichen öffentlich und bei den ihnen anvertrauten Gläubigen gegen die Verbrechen des Nazi-Regimes Stellung bezogen, wurden sie durch das Fallbeil am 10. November 1943 hingerichtet. Im Abstand von jeweils drei Minuten starben die 2011 seliggesprochenen katholischen Kapläne Eduard Müller, Johannes Prassek und Hermann Lange sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink. Im Zeugnis durch ihr Leben und Sterben haben sie die trennenden Grenzen der Konfessionen überwunden und wurden zum leuchtenden Beispiel wirklicher Ökumene, die hier in Lübeck gelebt wird.

Die lüb´sche Gilde ist dabei. Mitglieder unserer Lübecker Gilde „Christliche Akzente Lübeck“ werden als Tischgastgeber auf der Parade fungieren und heißen die Pilger um 12.00 Uhr an vier von uns festlich und bunt gedeckten Tischen zum Pilgermahl herzlich willkommen. Insgesamt werden 150 Tischgastgeberinnen und Tischgastgeber an über 100 Tischen den Gästen von 12 bis 14.00 Uhr Suppe und Getränke servieren.

„Denn sie waren Freunde Gottes“. Von 13.00 bis 16.00 Uhr können sich Gläubige in Lübeck selbst auf die Spuren der Märtyrer begeben. Um ein konkretes Gefühl für die Geschichte zu bekommen, gibt es drei Pilgerwege in der Stadt. Startpunkte sind die ev. Lutherkirche, dem Predigtort von Pastor Stellbrink („Sie werden wieder beten lernen“), der Hauptbahnhof und das Burgkloster. Hier fanden zur NS-Zeit die Inhaftierung und der Prozess gegen die Märtyrer statt. Führungen wird es geben, auch die Krypta und die Schatzkammer sind geöffnet, Raum und Zeit für das Gebet und die Mediation und ein buntes Angebot für Kinder wird es geben. Ein neuer Film von Andreas Oettl „Mein Gott, Deine Welt“ zeigt das Engagement von Kaplan Prassek, wie er sich in besonderer Weise um die polnischen Zwangsarbeiter kümmerte, was von den Nazis natürlich verboten worden war.

„Sie sind uns unzerstörbare Türme geworden“. Bei Gesprächskreisen in mehreren Kirchen, u.a. im ev. Dom zu Lübeck, werden Gläubige darüber diskutieren, was die Botschaft der Märtyrer von damals im heutigen Kontext bedeuten kann, gerade vor dem Hintergrund des Rechtsrucks in unserer Gesellschaft.

Pontifikalamt auf der Freilichtbühne. Zum Aufbruch rufen um 16.15 Uhr die Kirchenglocken der Herz Jesu Kirche, u.a. die „Märtyrer Glocke“ und die Glocken des Doms die Pilger auf, sich auf den Weg zur nahegelegenen Freilichtbühne zu machen, wo zum Abschluss der Wallfahrt das Pontifikalamt mit Erzbischof Dr. Stefan Heße stattfinden wird.

Bitte melden Sie sich unter Angabe Ihrer Kontaktdaten bei Stefanie Murawski im Organisationsbüro unter wallfahrt[at]erzbistum-hamburg.de oder telefonisch unter (040) 248 77-280. Weitere Informationen sehen Sie unter www.erzbistum-hamburg.de/luebeckermaertyrer

Alle Pilger bekommen am Veranstaltungstag einen „Wallfahrtsbeutel“ der u.a. ein Pilgerheft mit Texten, Gebeten und Liedern und Wallfahrtsprogramm beinhaltet. Es wird eine gemeinsame Kunstaktion „Mein Gesicht für die Kunst“ geben: Bei der Anmeldung können die Pilger und HelferInnen optional ihr Foto (Passbild/Selfie) hochladen. Die Grafiker der Medienstelle des Bistums basteln daraus eine grob verpixelte e Collage, die auf ein großes Banner gedruckt wird.
Ein zentraler Busparkplatz wird an der Possehlstraße eingerichtet.

Auf ein Wiedersehen in Lübeck
Ulrich Thiele
Christliche Akzente Lübeck

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