| aus dem Cartell | Christoph Neuhaus

Schwerin war eine Reise wert

„Es war rundum ein schönes Treffen, das gilt für Inhalt, Organisation und Durch-führung“. Kapitelvorsitzer Hans-Michael Hornberg war voll des Lobes in seiner Reflexion zur diesjährigen Cartellversammlung in Schwerin. Die mecklenburg-vorpommersche Residenz- und Landeshauptstadt Schwerin präsentierte sich den über 150 Teilnehmenden bei herrlichen Frühsommerwetter. So entfaltete sich die ganze Pracht dieser 7-Seen-Stadt. Der abendliche Gang über die Schlossstraße zur Orangerie im Schloss zu Schwerin gehörte zu einem der besonders beeindruckenden Erlebnisse dieser Tage.

Hoch eindrücklich war auch das Pontifikalamt am Freitag in der Propsteikirche 

St. Anna mit einer angenehm wahrnehmbaren „Diaspora-Atmosphäre“. Einerseits das relativ kleine und bescheiden wirkende Gotteshaus, andererseits eine mit spürbarer Beteiligung feiernde Gemeinde mit zahlreichen Konzelebranten sowie vielen jungen Meßdienerinnen und Meßdienern und Erzbischof Dr. Stefan Heße „mittendrin“, ohne eine Spur von „Kölner Domherrlichkeit“. Einige hatten an diesem Tag Worte des bischöflichen Flüchtlingsbeauftragten vom Ambo zum Thema Flucht und Migration erwartet. Der Erzbischof überraschte und beeindruckte aber mit einer freien Predigt zum Bußsakrament. Dabei betonte er besonders den Trost, der mit diesem Sakrament  verbunden sei. Mit der Vergebung sei aber die Verpflichtung verbunden, die christlichen Werte zu leben. Damit erinnere der Erzbischof an eine zentrale Herausforderung für die Mitglieder des Cartells, kommentierte Hans-Michael Hornberg.

Der Vortrag des Cartellfreundes Prof. Dr. Peter Schallenberg während der Festversammlung im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais (s. gesonderte Veröffentlichung) beleuchtete dann das Thema „Flucht und Migration als Herausforderung der christlichen Sozialethik“ sehr differenziert und gab Anlass für zahlreiche Gespräche. Leider war das Thema nicht schon im Programm angekündigt. Unter dem geistlichen Leitmotiv der Versammlung  „Bei Gott ist alles möglich“ (Mt. 19,26) konnte der Vortrag nur bedingt subsumiert werden. Die Suche nach Bezügen  zum Leitwort im Programm des Cartelltreffens war überhaupt eine besondere Herausforderung.

Der Begrüßungsabend in der Orangerie des Schlosses und der Mecklenburger Abend waren neben den Stadt- und Kunstführungen weitere Highlights der Tage in Schwerin. In ansprechendem Ambiente bei 

bestens gedeckter Tafel wurde schön gefeiert. Auch in diesem Rahmen ergriff  Kapitelvorsitzer Hans-Michael Hornberg das Wort. Beachtlich dabei war, dass er es nicht bei den üblichen Begrüßungs- und Dankadressen bewenden ließ, sondern mit dem Konzept „Rupert 2.0“ klar auch programmatische Positionen bezog (s. gesonderte Veröffentlichung). Seine besondere Anerkennung galt zwei Repräsentanten des öffentlichen Lebens, die sich in einem eher säkularisierten Umfeld klar zu ihrem „katholisch sein“ bekennen: Justizministerin Uta-Maria Kuder, die zur Festversammlung begrüßte und Stadtpräsident Stephan Nolte, der die Schirmherrschaft der Cartellversammlung übernommen hatte.   

Klare Positionen, manchmal auch „klare Kante“ zeigte der Kapitelvorsitzer auch in der Kapitelsitzung der Delegierten. Beschlüsse zum Medienkonzept, zur Kapitelsitzung als reiner Arbeitstagung, zur Stärkung der Regionaltreffen („Wir kennen uns untereinander zu wenig.“) und zu Zielvorgaben eines sozialen Engagements des Cartells bzw. der Gilden deuten einen neuen Kurs an. Der ist auch dringend geboten, waren doch einige Berichte aus den Regionen (z. B. Mitteldeutschland, Südwest) in Bezug auf die Aktivitäten und Entwicklung der Mitgliederzahlen sehr ernüchternd. 

Die Öffnung des Cartells durch die Teilnahme am 100. Katholikentag wurde nachhaltig begrüßt und eine Teilnahme am 101. Katholikentag in Münster angeregt. 

So hat das Treffen in Schwerin auch für Bewegung im Cartell gesorgt. Die Pflege freundschaftlicher Beziehungen und das gemeinsame Erleben und Feiern erfuhr durch die inhaltliche Dimension eine notwendige Ergänzung. 

Die kleine Sankt-Gottschalk-Gilde hat eine perfekte Cartellversammlung in einer wunderschönen nach der Herstellung der Einheit Deutschlands wieder erstrahlten Stadt organisiert, die sich nun mit dem Residenzensemble auf den Weg zum UN-Welterbe macht. Schwerin hat sich mit einem klaren Ziel aufgemacht. Dem Cartell Rupert Mayer möge dies ein Ansporn sein.  

Christoph Neuhaus              07/2016      

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