| aus dem Cartell | aus dem Cartell | Hans-Michael Hornberg, Vorsitzer des Cartell Rupert Mayer

Gedanken zum neuen „Leitwort“ des Cartells Rupert Mayer

Das neue "Leitwort" des Cartells Rupert Mayer

 

Begegnen. Bekennen. Bewegen.

Begegnen

Die Begegnung steht mit an erster Stelle der neuen „Leitworte“.

Begegnen ist etwas sehr menschliches. Ohne Begegnen ist jeder allein, einsam – verloren. Die Begegnung ist auf ein „Du“ ausgerichtet.

„Begegnung steht für die starke Verringerung des räumlichen Abstands zweier Objekte oder Subjekte; für die emotionale Begegnung von Personen.“1)

Begegnung findet in den Gilden statt. Manchmal nur eingeschränkt:

  • gleiche Altersgruppen unter sich – Neuzugänge jüngerer Christen fehlen
  • nur mit Freundinnen und Freunden vor Ort (der Heimatgilde) – eine Kommunikation über die Grenze der Ortsgilde findet nicht statt. Gilde(n) bleiben unter sich
  •  Der Kontakt (bis hin zur Partnerschaft) zu anderen christlichen Einrichtungen – auch der christlichen Einrichtungen im Ausland – ist eine „terra incognita“.

Mit der Begegnung fängt der Auftrag an:

Artikel 6

Pflege der Freundschaft untereinander2)

Der Umfang und Anspruch unserer Zielsetzung, wie sie in der Frankfurter Erklärung zum Ausdruck kommen, verlangen die gegenseitige Ermutigung in der Gilde. Das Treffen mit Gleichgesinnten soll dieser Ermutigung dienen und in gemeinsamer Diskussion immer wieder prüfen, ob wir auf dem richtigen Weg sind, unsere Aufgaben erfüllen und was wir zusätzlich tun können. All dies wird durch unser rasches Verstehen untereinander, das in den gemeinsamen Werten wurzelt, ungemein erleichtert. Die Sympathie füreinander und unsere über die gemeinsame Zielsetzung hinausgehende menschliche Freundschaft ist ein wertvolles Geschenk der Gilde an uns.

Diese Freundschaft soll generationenübergreifend sein. Die demografische Entwicklung unserer Gilde und im Cartell legt es nahe, dass die jüngeren Mitglieder für die älteren da sind und die Freundschaft zu ihnen halten, auch wenn letztere am Leben der Gilde aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im bisherigen Umfang aktiv teilnehmen können. Dies setzt natürlich voraus, dass sich die älteren Gildemitglieder ohne Scheu dazu äußern, ob und in welcher Form sie den Kontakt zu den Freunden in der Gilde aufrecht erhalten wollen.

Die generationsübergreifende Freundschaft schließt selbstverständlich ein, dass ältere Mitglieder bei Bedarf auch jüngeren Freunden mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Wir begegnen uns in unserem Nächsten.

Bekennen

Die Begegnung mit dem Nächsten führt zu dem Bekenntnis wer oder was man ist. Ein ganz pragmatischer Vorgang. Wer bist Du, wem begegne ich?

Eine Kurzfassung ist das Glaubensbekenntnis. Da ist alles gesagt.

„Farbe bekennen“ so sagt man es manchmal. Aber wenn es dann um das Bekennen geht, dann wird es problematisch. Das Gegenteil von bekennen ist das verleugnen. „Noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ (Mt 26.34)

Es ist ein Trost, dass man mit all der menschlichen Schwäche auf das Erbarmen hoffen kann und aufs Neue den Glauben – zu Gott – bekennen darf.

Eine Chance und Aufforderung für die Mitglieder des Cartells und der Gilden. Im Bekenntnis heißt es:

Artikel 1
eine bewusste Gestaltung des eigenen Lebens aus dem Glauben der katholischen Kirche,

Artikel 2
den Glauben gemeinsam leben und sich gegenseitig zu stärken durch Gebet und die Feier der Eucharistie,

Artikel 4
einer stärkeren Betonung christlicher Werte in unserer Gesellschaft und der Verdeutlichung ihrer positiven Wirkkraft für die Welt.3)

Das zu bekennen ist nicht leicht.

„Und er (Petrus) ging hinaus und weinte bitterlich“ (Mt 26.75)

Auch unsere Schwachheit wird dann zu einem Bekenntnis.

Bewegen

Es folgt die Tat.

Gute Begegnungen zu haben und zu teilen, ein bekennendes Beispiel zu geben ist „die halbe Miete“.

Man muss etwas tun. Und eine Menge tun.

Für das Cartell, die Gilden ist es spät geworden. Der „Plan B“ der Nach-kriegszeit, der die Gilden „begründete“ (ein Antikonzept gegen Alt-Nazis, Kommunisten und ähnliche Gruppierungen zu haben als Gefährder der jungen Demokratie) ist obsolet geworden.

Heute gibt es neue, gefährliche Entwicklungen

  • das Desinteresse, die Gleichgültigkeit gegenüber dem Religiösen
  • der Konsum, die Medienflut, der praktizierte Materialismus,
  • die Ausbeutung der Welt-Ressourcen auf Kosten unserer Kinder

Die Kirche ist keine Volkskirche mehr. Der tradierte Wertekanon steht zur Disposition. Der Mensch wird zu einem demographischen Problem.

Die „Frankfurter Erklärungen“ bieten eine Vorschlagsliste

um „Flagge zu zeigen“, um etwas zu tun.3)

Artikel 7
Förderungen sozialer und caritativer Aktivitäten aus christlicher Verantwortung

Artikel 8
Auseinandersetzung mit aktuellen politischen, kirchlichen, sozialen und ökologischen Themen

Artikel 9
Bemühen um Überwindung der konfessionellen Spaltung und Kennenlernen anderer Religionen

Artikel 10
Respekt vor der Würde eines jeden Menschen und seinem Leben in allen Phasen

Wir sind als Mitglieder der Gilde aufgerufen, auch nach außen für unser Umfeld und die Gesellschaft als Christen erkennbar zu sein und aus diesem Christsein zu handeln. Es ist unbefriedigend, dass das Christsein von vielen von uns eher verschwiegen und geheim gehalten wird, als offensiv vertreten zu werden.4)

Aber nicht nur die Erklärungen, die für das Cartell und die Gilden gültig sind zeigen, was zu tun ist.

In der Bergpredigt (Mt 5.3-12) wird es ganz konkret. Auch wenn man die „Frankfurter Erklärungen“ nicht zur Hand hat.

Die Aufgabe der Mitglieder im Cartell und in den Gilden ist anspruchsvoll und – im positiven Sinn – elitär, nämlich:

„Ihr seid das Salz der Erde und Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt 5.13-14)

So herausfordernd und kompromisslos ist die Forderung. Keiner ist ohne Fehler, aber jeder darf beten: „… und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben“ (Mt 6.12)


1) s. Wikipedia, Stichwort „Begegnung“

2) s. Erläuterung zur „Frankfurter Erklärung“ Oktober 2009

3) s. „Frankfurter Erklärung“ Oktober 2009

4) s. Erläuterung zur „Frankfurter Erklärung“ Oktober 2009

 

 

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