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„Was ist der Mensch“, Herbstkapitel 2016 in Essen

30. September bis 1. Oktober: Das letzte Herbstkapitel unseres Cartells stand auf der Agenda. Die Freunde der Essener Altfrid-Gilde hatten eingeladen, und bis zu 180 Freunde und Freundinnen aus ganz Deutschland folgten diesem Ruf ins Essener Hotel Franz.

Doch wer nun dachte, es mischt sich Wehmut und Abschiedsschmerz in dieses Treffen, wurde enttäuscht. Im Gegenteil: Soviel gelacht wie auf diesem Herbstkapitel wurde selten in der Geschichte des CRM.

Gleich am Begrüßungsabend hatte „Gastgeber“ Ansgar Rebbelmund, Vorsitzender der Altfrid-Gilde, die Lacher auf seiner Seite, als er auf sehr launige Art und Weise den Teilnehmern die besondere Sprache und das herzliche Wesen des Ruhris an sich näher brachte: „Tach. Wie isset?“ – „Muss“.

„Was ist der Mensch“ lautete das Motto des Herbstkapitels, und Cartell-Vorsitzer Michael Hornberg erinnerte in seiner Begrüßungsansprache daran, dass wir als Cartell Rupert Mayer den Menschen in den Mittelpunkt stellen, manifestiert in einigen Kapiteln unserer Frankfurter Erklärung.

Anschließend Stärkung mit einem variantenreichen Buffet aus der heimischen Küche und vielen intensiven Gesprächen mit anderen Cartellfreunden.

Am Samstagmorgen dann der Festvortrag mit Professor Dr. mult. Eckhard Nagel, Gründungsmitglied des Deutschen Ethikrates und Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages: „Was ist der Mensch – Glaube und Ethik in einer neuen Realität“ (den kompletten Vortrag finden Sie an anderer Stelle auf unserer Homepage).

Grenzen sind neue Herausforderungen

Nagel machte deutlich, Grenzen nicht als Begrenzung, sondern als neue Herausforderung zu begreifen. Und er führte aus: „Wenn wir nicht jedes Jahr schneller werden in unseren Gedanken, werden wir in fünf Jahren abgehängt sein.“

Bevor Nagel alle Zuhörerinnen und Zuhörer mit seiner packenden, mitreißenden, mitunter seine Powerpoint-Präsentation und Textmanuskript vergessenden Art begeisterte, begrüßte der Essener Bürgermeister Franz-Josef Britz die Gäste.

Er erinnerte daran, dass das Essener Damenstift die Keimzelle Essens war und somit eine lange christliche Tradition vom hochadeligen Damenstift hin zu einer großen Industriestadt begründete. Diese zwölf Jahrhunderte alte Tradition werde sichtbar in den beiden Wahrzeichen der Stadt: Zeche Zollverein und Goldene Madonna.

Eingerahmt wurde die Festversammlung durch musikalischen Hochgenuss mit Lukas Janik (15) am Klavier und Patrick Borucki (19) mit seiner Trompete.

Das Cartell braucht mehr Auftrieb

Nach einem kleinen Mittagsimbiss ging’s für die Delegierten und Regionssprecher zur Kapitelsitzung (siehe auch Extra-Bericht von Franz Speer). In dieser machte unser Cartell-Vorsitzer Michael Hornberg sehr deutlich, dass unser Cartell mehr Auftrieb braucht. Dazu sei es notwendig, jetzt an die Öffentlichkeit zu treten, denn „gemeinsam sind wir stark, nur gemeinsam können wir das Cartell nach außen vertreten“. Dazu gehöre auch die Neuordnung der Regionen und die Präsenz in Politik, Wirtschaft und Kirche.

Die mitgereisten Gäste und Nicht-Delegierten genossen derweil die äußerst informativen Besichtigungen vom UNESCO-Welterbe Zollverein, von Dom und Domschatz oder dem Museum Folkwang. Selbst manch Ruhri konnte da noch Neues entdecken.

Abends dann das Pontifikalamt mit dem Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, musikalisch wunderbar mitgestaltet vom Young People Chor aus Essen. Overbeck erinnerte in seiner vielbeachteten Predigt an die Figur des Propheten Habakuk, die in seiner Heimatstadt Marl steht. Auch diese Predigt können Sie auf der Homepage nachlesen. Übrigens: Die Kollekte zu Gunsten der Caritas-Flüchtlingshilfe Essen erbrachte 846 Euro.

Danach ging’s zum Festabend zurück zum Hotel Franz – einem Bestandteil des Franz Sales Hauses. Dieses wurde 1884 gegründet und fördert Menschen mit geistigen, psychischen und mehrfachen Behinderungen. Ein dem Thema unseres Herbstkapitels sehr treffend gewählter Tagungsort.

Bei Filets vom Wolfsbarsch auf Weißweinschaum, marinierten Putensteaks in Estragonsauce und Tortellini à la Panna gab es viel Raum für Gespräche mit Freunden aus anderen Gilden.

Es war aber auch ein Festabend, an dem die Gäste sich vor Lachen bogen. Selten wurde an einem Festabend so viel gelacht. Kai Magnus Sting, der 1978 in Duisburg geborene humoristische Wortakrobat, wusste über seine Heimatsprache sowie Dönekes aus seiner Heimat und Kirche seine Zuhörer mitzureißen.

Was bleibt vom vorerst letzten Herbstkapitel des Cartells: Ein Riesen-Dankeschön für die äußerst gelungene und professionelle Gestaltung und „Hömma, watt war datt doch schön!“

Danke Essen, danke Altfrid-Gilde.

Willkommen im Cartell Rupert Mayer Mitgliederbereich

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