Geschichte

Ein Blick in das Archiv

Der Fuggerbund Münster wurde 1926 gegründet. Es waren vor allem Kaufleute, die sich im westfälischen Münster, einer Initiative aus Berlin folgend, zu einer neuen katholischen Vereinigung zusammenfanden. Nach dem Ende des protestantisch geprägten preußisch-kleindeutschen Kaiserreichs im Gefolge des Ersten Weltkriegs boten sich bessere Chancen für die gleichberechtigte und verantwortungsvolle Mitwirkung von Katholiken in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Vorbild des Zusammenschlusses war die Vereinigung „Glückauf“, später „Club Berlin“, mit führenden katholischen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

In der Folge gründeten sich nach Münster in einigen weiteren Städten „Fuggerbünde“. Die Namenswahl drückte einen Schwerpunkt im kaufmännischen Bereich aus, gleichwohl waren in der Mitgliederliste auch stets höhere Beamte und Angehörige freier, vorwiegend akademischer Berufe verzeichnet. Aufgenommen wurden „katholische Persönlichkeiten, die sich im Berufsleben bewährt hatten, zu Ansehen gelangt waren und zugleich als vertrauensvoll und verschwiegen gelten konnten“, berichtet ein Chronist.  

Im Fuggerbund Münster fanden sich Personen aus dem ganzen nordwestdeutschen Raum zusammen. Ihre regelmäßigen Treffen waren durch Vorträge mit anschließender Aussprache über grundsätzliche und aktuelle Themen aus Gesellschaft und Kirche geprägt und dienten zudem der Pflege freundschaftlicher Beziehungen. 

In der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft konnte der Fuggerbund Münster die Auflösung vermeiden, ging aber wie viele verbundene Vereinigungen in eine „Ruhestellung“. Im Dezember 1942 erreichte die Mitglieder ein letztes Rundschreiben in der damals schon von Trümmerbergen gekennzeichneten Provinzialhauptstadt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Fuggerbund Münster mit „jesuitischer“ Unterstützung schon bald wieder reaktiviert. Im Frühjahr 1946 gab es ein erstes Treffen. Die Tradition des allmonatlichen gemeinsamen Abendessens mit anschließendem Vortrag und Diskussion wurde neu belebt. Schwerpunkte waren damals wirtschafts- und sozialpolitische Themen, wobei häufig die Ordnungsmodelle einer bewußt „christlichen Politik“ den Ausgangs- und Mittelpunkt bildeten. Zu den Referenten zählten neben den Diözesanbischöfen und münsterschen Hochschullehrern prominente Persönlichkeiten des Nachkriegsdeutschlands. 

Im Veranstaltungsprogramm waren regelmäßig Exerzitientage verzeichnet. Zeitweise wurde auch ein „Damenfest“ mit Musik und Tanz gefeiert, ein Hinweis auf die bis in die 90er Jahre währende Existenz als Männerbund, zu dessen Veranstaltungen freilich die Damen immer Zugang hatten. Im Winter fanden „Kaminabende“ statt, und im Sommer wurden während vieler Jahre „Pättkesfahrten“ in die Parklandschaft rund um Münster unternommen. Exkursionen nach nah und fern gehören seit den 60er Jahren ebenfalls zu den rege angenommenen Veranstaltungen zur Pflege des Zusammenhalts. 1954 trat der Fuggerbund Münster dem Cartell Rupert Mayer bei, einer von lokalen Verbindungen katholischer Persönlichkeiten getragenen bundesweiten Organisation. Die wiederholte Übernahme von Aufgaben wie die Durchführung von Cartellversammlungen oder Kapitelsitzungen zeugt vom Engagement des Fuggerbunds für diese Gemeinschaft.   

(Zahlreiche Angaben sind der Schrift „Fuggerbund Münster im Cartell Rupert Mayer   1926–1986“ entnommen.)

Gemälde Jakob Fugger

     Jakob Fugger (1459–1525)

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